Vegan! Ist das ansteckend?

Ernährungsexperte und Arzt Dr. Ruediger Dahlke beantwortet heute im Superfood-Blog fünf der meistgestellten Fragen zu veganer Ernährung.

In Österreich leben laut ORF bereits ca. 17% der jungen Frauen im Alter zwischen 19 und 39 vegan. In Deutschland ernähren sich etwa 7,8 Millionen Menschen vegetarisch und rund 900 000 (Stand Anfang 2017) vegan. Dabei sind es insbesondere Frauen, die der Veganismus überzeugt hat.

Bestseller-Autorin und Superfood-Expertin Julie Morris ist eine von ihnen. In ihren Kochbüchern zeigt sie, wie vielseitig die Superfood Küche sein kann. Erst auf den zweiten Blick wird deutlich, dass alle ihre Rezepte vegan sind. Auf diese Weise kochten schon viele unwissentlich vegan und sagten danach überrascht: Wow, die vegane Küche ist vielseitiger als ich dachte.

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Doch es gibt auch Risiken, auf die der ebenfalls überzeugte Veganer Ruediger Dahlke in seinem neuen Buch Vegan! Ist das ansteckend? eingeht. Er beantwortet die 130 meistgestellten und wichtigsten Fragen zu veganer Ernährung. Nach diesem Buch weißt du mit Sicherheit, ob die vegane Ernährung für dich geeignet ist und worauf du achten solltest.

Im Superfood-Küche-Blog darf ich fünf Fragen und Antworten aus „Vegan! Ist das ansteckend?“ vorstellen. Viel Spaß beim Lesen!

Bedeutet vegan nicht Mangelernährung?

Eine tatsächliche Mangelernährung betrifft entgegen aller Verschleierungstaktik der Mainstream-Medien und der Wirtschaft, deren Interessen sie häufig vertreten, vor allem Mischköstler, nicht etwa die Vegetarier oder Veganer.

Warum sonst verschreibt beispielsweise jeder Gynäkologe heute jeder Schwangeren geradezu reflexhaft Folsäure? Weil praktisch alle Mischköstlerinnen daran Mangel leiden, ohne es zu wissen. Bei vegan lebenden Muttern konnten sich die Ärzte das sparen, denn diese verfügen über reichlich Fol- oder Blattsäure, nehmen sie doch in aller Regel genug grüne Blätter zu sich.

Praktisch alle Fleischesser leiden inzwischen auch an einem gefährlichen Mangel an essenziellen Omega-3-Fettsauren, weil sie gar nicht wirklich mitbekommen haben, wie Schlachttiere von Gras- und Heunahrung auf Körnerfutter umgestellt wurden. Das resultierende Missverhältnis von Omega-3- zu -6-Fettsäuren, von dem Mischköstler oft nichts wissen, meiden bewusste Veganer leicht und nebenbei.

89 % der Deutschen leiden außerdem unter Vitamin-D-Mangel und sind leider noch keine Veganer. Letztere wissen in aller Regel um dieses Problem und vermeiden es beispielsweise durch regelmäßige Sonnenbäder.

Was sind gute vegane Milchersatzprodukte?

Milchersatz gibt es beispielsweise aus Hafer, Reis, Soja, Hirse, Dinkel, Cashewnüssen, Haselnüssen, Mandeln, Lupinen und Hanfsamen. Und natürlich gibt es Kokosmilch.

Fleischessen ist doch unglaublich männlich, oder?

Ein smarter Cowboy – unrasiert und eingestaubt, aber dennoch mehr als ansehnlich, den Hut lässig in den Nacken geschoben –brat sich im malerisch in die Prärienachtlodernden Lagerfeuer ein dickes Steak am Stock, das er tagsüber einem vom Rücken seines wilden Mustangs im gestreckten Galopp herab erschossenen Büffels noch warm aus den Rippen geschnitten hat. Ja: Der wirkt sehr – archaisch – männlich. Nur – gibt es den wirklich? Hat es ihn in dieser Gestalt je gegeben? Jedenfalls sind die heutigen Rest-Cowboys, die auf große, blutige Steaks (und meist auch die entsprechenden Grillspektakel)

stehen, wohl eher – wie der Name schon ahnen lasst – Kuh-Jungen, die auf der männlichen Ebene gerade nichts bis wenig zuwege bringen und das offensichtlich mit einem blutigen Steak doch mehr peinlich als männlich zu kompensieren versuchen.

Was, wenn extreme Ausdauer und andere Höchstbelastungen gefordert sind?

Vegan + Sport

Vegan + Sport

Da braucht der betroffene Veganer vor allem genügend Brennstoff, und das sind für unseren Körper gute, d. h. nicht raffinierte Kohlenhydrate– also wurde sich eine wie üblich hochwertig pflanzen-, aber auch sehr betont getreidereiche Kost anbieten. Menschen wie ich, die Gluten weglassen, können speziell vor diesem Hintergrund köstliches Brot aus Buchweizen und Getreide wie Hirse, Reis, Mais, Quinoa und Amaranth genießen.

Vegan – so viel positiv Erhebendes hat doch sicher auch Schattenseiten?

≫Das Schattenprinzip≪, die dunkle Seite, ist natürlich immer und überall mit im Spiel. Ganz persönlich merke ich, dass ich mit pflanzlich-vollwertiger glutenfreier Kost nach einer Fastenperiode nicht mehr so leicht zunehmen kann. Von einigen Veganern habe ich außerdem gehört, dass sie für ihren Geschmack mit dieser Ernährungsform zu schlank werden. Selbstverständlich kann jeder mit dem entsprechenden Training ganz gezielt Muskelmasse aufbauen. Wer jedoch – etwa als schlanke Frau – keine Lust auf Muskeln und erst

recht nicht auf zeitraubendes Training hat, sollte verstärkt auf Sättigungsbeilagen wie beispielsweise Kartoffeln und Polenta setzen. Ein weiterer Schatten ist das Kältegefühl, das sich oft einstellt, und dem mit wärmender Kost zu begegnen ist wie Wurzelgemüse.

Ein heftiger Schatten ist der Streitfaktor, den eine Umstellung auf vegan bringen kann, wenn nur einer in der Partnerschaft diesen Schritt schafft. Hier sind Zerwürfnisse häufig vorprogrammiert, wenn man sich nicht einigen kann oder will, was gemeinsame Mahlzeiten, Einkaufe etc. betrifft.

Außerdem sind natürlich Meinungsverschiedenheiten und ideologische Diskussionen rund um das Thema Ernährung mit ungewissem Ausgang möglich. Und nicht zuletzt reduzieren sich beim Veganer Körpergerüche und -ausdünstungen mehr und mehr, während der Mischköstler seinen alten stärkeren Geruch behält. Ähnlich wie bei Rauchern oder nach Alkoholkonsum kann das dem Veganer zunehmend gegen den Strich gehen und ebenfalls für Zündstoff sorgen.

Schließlich ist auch der schon erwähnte Fanatismus bei einigen Hardcore-Veganern ein Problem, der sich möglicherweise gerade wegen ihrer veganen Erfolge entwickelt: Wer so viel Erfolgreiches erlebt, mag seine Ernährung vielleicht jetzt für das Allheilmittel schlechthin halten – das aber gibt es nicht. Der ≫Gläubige≪ allerdings mag meinen, alle Gutwilligen mussten sofort umsteigen; wer nicht umsteigt, sei eben böswillig. Nach dem Motto ≫Kommst du nicht freiwillig, dann brauch ich bald Gewalt!≪ kann es in der Folge zu verbalen Attacken und Entgleisungen kommen – die erst recht den Weg in den Umstieg verbarrikadieren.

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