Gastbeitrag: Warum wir ohne Hunger essen

Oh nein, da ist er schon wieder, der allabendliche Griff zum Kühlschrank oder die Schokolade, die in Stresssituationen so gut tut oder das Gefühl nicht mit dem Essen aufhören zu können, obwohl wir schon satt sind.

Wenn wir essen ohne Hunger zu haben und darunter leiden, sind tief verborgene Emotionen die Ursache. Wenn die Seele hungert, nutzen wir Essen als Mittel, um negative Gefühle abzudämpfen. Wir sprechen dann von emotionalem Essen (das trifft es noch besser als der weitgefasste Begriff: Essstörung). 

Wenn wir etwas tun, von dem wir wissen, dass es uns nicht gut tut, und wir es trotzdem nicht lassen können, dann hat das nichts mit Disziplinlosigkeit zu tun. Es geht dann um psychologische Gründe und das bedeutet, dass wir viel mehr in die Tiefe gehen müssen“, rät Maria Sanchez.

Die Heilpraktikerin für Psychotherapie kennt den Kampf gegen überschüssige Pfunde, sie hat selbst 30 Kilo abgenommen, in dem sie die Ursachen in den Vordergrund gestellt hat und nicht die Zahl auf der Waage.

Tipps von Maria Sanchez

  • Es gibt keine „0815-Lösung“
  • Machen Sie sich klar, dass emotionales Essen nicht mit Vernunft bekämpft werden kann
  • Schreiben Sie am besten auf, was Sie beim Essen fühlen

„Es gibt keinen inneren Schweinehund in uns, den wir bekämpfen müssen, sondern innere Spannungen, die unsere Aufmerksamkeit brauchen, unsere Achtung und unseren Respekt“, so Maria Sanchez.

 

Anhand zahlreicher Zuschriften zu ihrer Radiosendung „Durch dick und dünn mit Maria Sanchez“ bei Radio Bremen hilft sie in ihrem neuesten Buch „Warum wir ohne Hunger essen“ den Ursachen auf die Spur zu kommen und eine Lösung zu finden. Es sind sehr persönlichen Geschichten auf die Maria Sanchez individuelle therapeutische Antworten gibt, z.B.:

Das Schokoladenproblem

Es ist sehr verständlich, dass wir etwas, dem wir uns ausgeliefert fühlen, meiden möchten. Eine Teilnehmerin meiner Seminare musste Schokolade essen, um sich konzentrieren zu können und vermied es, welche im Haus zu haben, weil sie einen Kontrollverlust fürchtete. Das ist gut nachvollziehbar, doch löst es leider das eigentliche Problem nicht, nämlich den Zwang, Schokolade essen zu müssen. Viele Menschen verbinden mit dem Schokoladeessen Trost oder Kraft, ein Stück Kindheit, Entspannung. Wenn wir uns im Laufe unseres Lebens mit bestimmten Gefühlsqualitäten nie wirklich sättigen konnten, dann greifen wir zu Ersatzmitteln oder begehen Ersatzhandlungen.

Durch die Schokolade fühlen wir uns erfahrungsgemäß zunächst besser, bei einer Übersättigung mit der Süßigkeit, kippt allerdings das Wohlempfinden.

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass es nicht die Schokolade an sich ist, die uns in einen be­stimmten Zustand versetzt.

Schokolade

Sie hat zwar durch ihre In­haltsstoffe, wie etwa Zucker und Kakao, eine physiolo­gische Wirkung auf den Organismus, allerdings reicht diese bei weitem nicht aus, um einen Esszwang, geschweige denn eine Essstörung auszulösen.

Durch Schokolade können wir keine Emotionen, Zuwendungen oder Anerkennung ersetzen, die uns in der Kindheit fehlten oder noch heute fehlen.

Essen als Ersatz für fehlende Sinnlichkeit und Nähe in der Partnerschaft

Emotionale Esser haben häufig große Probleme damit, ihre eigenen Wünsche deutlich zu artikulieren. Nicht selten sind es im Laufe des Lebens entwickelte Regeln, wie bei­spielsweise „Nimm Dich nicht so wichtig!“ oder „Sei kein Egoist!“, die dazu führen, dass die Betroffenen ihre Wünsche zurückstellen und seelisch aushungern, auch wenn sie in ei­ner Partnerschaft leben.

Gibt es keine reale Bedrohung, ist die Angst, die wir den­noch vor oder in Situationen empfinden, immer ein Nachhall negativer Erfahrungen aus unserer Vergangenheit. Das Erkunden versteckter Lebensregeln – häufig auch „Glaubenssätze“ genannt – ist somit einer der ersten wichtigen Schritte auf dem Weg, Essstörungen zu behandeln. Erst wenn wir unser Handeln analysieren und herausbekommen, von wel­chen Lebensregeln wir getrieben und gesteuert werden, können wir unseren inneren Kompass neu justieren. Tun wir dies nicht, werden uns diese Le­bensregeln unbewusst weiterhin lenken. Fehlt etwa der Partnerin oder dem Partner der körperliche Kontakt in der Partnerschaft, kann man ihn natürlich nicht erzwingen.

Aber was wäre, wenn man nach der Aussage „Ich möchte keine Nähe!“ kein Ausrufezeichen, sondern statt­dessen einen Gedankenstrich setzen würde? Eine Beziehung besteht ja nicht nur aus einer Person, sondern aus einem „Wir“.

Einsamkeit, auch in der Partnerschaft, kann Essstörungen hervorrufen

Einsamkeit, auch in der Partnerschaft, kann Essstörungen hervorrufen

Nur wenn das Problem für beide zufriedenstellend gelöst werden kann, lösen sich innere Spannungen, die ihren Ausdruck zum Beispiel im emotionalen Essen finden. Kann man einen Konflikt nicht alleine lösen, ist es rat­sam, sich professionelle Hilfe zu suchen und in Anspruch zu nehmen. Die meisten Paare warten leider sehr lange, bis sie bereit sind, Hilfe anzunehmen.

Was sind die tieferliegenden Gründe für Essattaken und Übergewicht? Verleiten emotionale Sorgen oder Probleme zum Essen? Maria Sanchez hilft in ihrem Buch „Warum wir ohne Hunger essen“, erschienen beim Königsfurt-Urania Verlag, Antworten zu finden und sich vom emotionalem Essen zu befreien.

Mein Fazit: Ich finde den Ansatz von Maria Sanchez klasse. Wenn man sich erst einmal bewusst gemacht hat, warum man isst, also die Ursachen dafür gefunden hat, kann man viel besser auf sich selbst eingehen. Man findet eventuell tiefverborgene Wünsche oder Ängste, die Auslöser für Fressattacken sind.

Also um mittel- und langfristig Änderungen hervorzurufen, ist das Buch gegen emotionales Essen super!

Wenn du zusätzlich Tipps für kurzfristiges Abnehmen suchst, dann empfehle ich dir den Artikel: Die schnelle Smoothie Diät. Hier findest du praktische Tipps auf körperlicher Ebene.

Sanchez und Buch


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